Ein argumentativer Text besteht aus Einleitung, Hauptteil und Schluss. Entscheidend ist: Jeder dieser Teile hat eine eigene Aufgabe.
Die Grafik zeigt, welche Aufgabe an welche Stelle gehört. Klicken Sie auf den Textkasten, damit die Teile ihre Funktion annehmen.
Die Einleitung legt die eigene Position offen. (Wenn man nur das Thema anreisst, die Haltung aber für später aufspart, zwingt man die Leserin, den ganzen Hauptteil über zu raten, worauf der Text hinauswill. Das soll man in einem argumentativen Text aber verhindern.)
Der Hauptteil begründet diese Position. Die Regel dort betrifft die Portionierung, nicht die Menge: Ein Abschnitt trägt ein Argument und begründet es. Wie viele Abschnitte es braucht, hängt vom Thema und von der Aufgabenstellung ab. Ein einziges Argument, sorgfältig entfaltet, ist oft besser als vier, die nur angerissen werden.
Der Schluss bindet die Begründung zusammen und bekräftigt die Position.
Ein Beispiel
An einem kurzen Text zum Handyverbot lässt sich sehen, wie die drei Aufgaben ineinandergreifen. Der Hauptteil kommt hier mit zwei Abschnitten aus, weil das Thema eng ist.
In vielen Schulen wird diskutiert, ob Smartphones im Unterricht erlaubt sein sollen. Ich bin der Meinung, dass sie dort keinen Platz haben.
Einleitung: nennt das Thema und die eigene Position.
Handys lenken ab, weil Nachrichten und Spiele ständig zur Verfügung stehen. Wer alle paar Minuten auf den Bildschirm schaut, verliert den Faden des Unterrichts und braucht danach Zeit, um wieder hineinzufinden.
Zudem belasten Handys das Miteinander. Wenn heimlich Fotos gemacht und weitergeschickt werden, entsteht ein Klima, in dem niemand sicher sein kann, unbeobachtet zu bleiben.
Hauptteil: Jeder Abschnitt bringt ein Argument und begründet es.
Aus diesen Gründen sollten Handys während des Unterrichts verboten bleiben. Nur so bleibt die Arbeitsatmosphäre konzentriert.
Schluss: bindet die Argumente zusammen und bekräftigt die Position, ohne ein neues Argument nachzuschieben.
Übungen
Die erste Übung prüft, ob Sie die Teile an einem neuen Text erkennen. Die zweite fragt nach der Aufgabe des Schlusses.
Übung 1: Teile zuordnen
Ordnen Sie jedem Absatz den funktionalen Teil zu, zu dem er gehört. Der Hauptteil dieses Textes besteht aus drei Abschnitten.
Ob Hausaufgaben sinnvoll sind, wird oft diskutiert. Ich bin überzeugt, dass sie einen festen Platz im Schulalltag behalten sollten.
Wer den Stoff am Abend noch einmal durchgeht, behält ihn deutlich länger. Was im Unterricht nur einmal gehört wurde, verblasst innerhalb weniger Tage.
Zudem lernen Jugendliche dabei, sich ihre Zeit selbst einzuteilen. Wer über Wochen hinweg entscheiden muss, wann er welche Aufgabe erledigt, übt eine Fähigkeit, die im Studium vorausgesetzt wird.
Schliesslich zeigen Hausaufgaben der Lehrperson, wo etwas nicht angekommen ist. Fehler, die zu Hause auftreten, lassen sich in der nächsten Stunde gezielt aufgreifen.
Aus diesen Gründen sollten Hausaufgaben erhalten bleiben. Sie sichern den Lernerfolg, fördern die Selbstständigkeit und machen sichtbar, woran noch zu arbeiten ist.
Übung 2: Den passenden Schluss wählen
Zu einem Text über Schuluniformen stehen Einleitung und Hauptteil bereits fest. Der Hauptteil kommt mit einem einzigen, ausgeführten Argument aus. Welcher der drei Schlüsse erfüllt seine Aufgabe?
Einleitung: An manchen Schulen wird über die Einführung von Schuluniformen gestritten. Ich halte sie für keine gute Lösung.
Hauptteil: Uniformen verdecken soziale Unterschiede, sie beseitigen sie aber nicht. Wer wenig Geld hat, erkennt das weiterhin am Handy, am Znüni und an den Ferienerzählungen der anderen. Die Uniform verschiebt die Unterscheidung nur an eine Stelle, an der die Schule sie nicht mehr sieht.
Am eigenen Aufsatz arbeiten
Prüfen Sie Ihren eigenen argumentativen Text daraufhin, ob alle drei Teile vorhanden sind und jeder seine Aufgabe erfüllt. Kopieren Sie dazu den Prompt und fügen Sie ihn zusammen mit Ihrem Text in das Feld darunter ein.