Sprache arbeitet ständig mit Bezugnahmen: Wörter wie «dies», «dieser» oder «das» verweisen auf etwas, das im Text bereits genannt wurde. Die Leserin oder der Leser muss sofort erkennen können, worauf ein solches Wort zeigt.
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Die Stadt plant eine neue Bibliothek. Diese soll 2028 eröffnet werden.
Worauf bezieht sich «diese»? Klicken Sie die Stelle an.
Oft klärt der Inhalt den Bezug von selbst, wie im Beispiel oben: Grammatisch kämen zwei Bezüge infrage, aber nur einer ergibt Sinn. Problematisch wird es, wenn mehrere Lesarten inhaltlich möglich sind.
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Uniformen sind teuer, fördern aber die Gemeinschaft. Das sehe ich kritisch.
Worauf bezieht sich «das»? Klicken Sie die Stelle an.
Noch gravierender ist ein zweiter Fehlertyp: Das Zeigewort zeigt auf gar nichts. Der Bezug existiert nur im Kopf der Schreiberin, im Text steht er nirgends. Typisch ist das am Anfang eines Aufsatzes («Das sehe ich anders», gemeint ist das Thema der Aufgabenstellung) oder bei Pronomen, die auf ungenannte Akteure zielen.
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Schuluniformen werden immer wieder diskutiert. Sie sollten endlich eine klare Regelung schaffen.
Worauf bezieht sich «sie»? Klicken Sie die Stelle an.
Für die Schreibenden ist dieser Fehler schwer zu erkennen, weil sie selbst ja wissen, was gemeint ist. Massstab ist aber die Leserin: Ein Text muss aus sich heraus verständlich sein, nur was im Text steht, zählt als Bezug. Auch wer die Aufgabenstellung kennt, kann nicht sicher wissen, worauf ein solches Zeigewort genau zielt.
Beide Fehler sind in Erörterungen häufig: mehrdeutige Bezüge dort, wo eine Aussage aus mehreren Teilaussagen besteht; Bezüge ins Leere dort, wo die Schreiberin an die Aufgabenstellung oder an ungenannte Akteure denkt. Um den Bezug zu klären, gibt es zwei Wege.
Weg 1: Den Bezug benennen. Das Zeigewort wird durch eine ausdrückliche Nennung ersetzt, zum Beispiel durch «die Behauptung, dass …» oder «dieses Argument».
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Im Text heisst es, Uniformen verringerten den Leistungsdruck und stärkten den Zusammenhalt. Das stimmt nicht.
Unklar: Bestreitet die Schreiberin beide Behauptungen oder nur eine? Und wenn nur eine, welche?
Weg 2: Den Bezug durch den Kontext klären. Der Kontext reicht aus, wenn inhaltlich nur eine Lesart passt. Ob das der Fall ist, zeigt der Vergleich zweier Fortsetzungen desselben Satzes.
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Uniformen sind teuer, fördern aber die Gemeinschaft. Das sehe ich kritisch.
Mehrdeutig: kritisch gegenüber dem Preis oder gegenüber der Gemeinschaftsförderung?
Weg 2 funktioniert nur, wenn der Inhalt tatsächlich nur eine Lesart zulässt. Beim Bezug ins Leere hilft er grundsätzlich nicht: Wo kein Bezug im Text steht, gibt es auch keinen Kontext, der ihn festlegen könnte. Hier muss der Bezug benannt werden. Im Zweifel ist Weg 1 ohnehin die sichere Wahl: Wer den Bezug benennt, kann nicht missverstanden werden.
Training
Übung 1: Bezug identifizieren
Wählen Sie jeweils aus, worauf sich das markierte Wort bezieht.
Der Sportverein organisiert einen Spendenlauf. Dieser findet im September statt.
Viele Jugendliche verbringen mehrere Stunden täglich am Handy. Das beunruhigt Fachleute.
Die Autorin behauptet, Noten motivierten die Lernenden. Das bezweifle ich.
Der Schulweg dauert für manche über eine Stunde. Das spricht gegen eine Zusammenlegung der Schulstandorte.
Übung 2: Klar, mehrdeutig oder ohne Bezug?
Beurteilen Sie jeweils den Bezug des markierten Zeigeworts.
Die Schule hat das Handyverbot gelockert. Das freut viele Schülerinnen und Schüler.
Klar: «Das» meint die Lockerung des Verbots. Eine andere Lesart ergibt keinen Sinn.
Man kann die Prüfung schriftlich oder mündlich ablegen. Das ist die bessere Variante.
Mehrdeutig: Welche der beiden Varianten ist die bessere, die schriftliche oder die mündliche?
Immer mehr Lernende arbeiten neben der Schule. Das kann die Leistungen beeinträchtigen.
Klar: «Das» meint die Tatsache, dass viele Lernende neben der Schule arbeiten.
Die Turnhalle ist seit Monaten gesperrt. Sie versprechen zwar eine Lösung, aber es passiert nichts.
Kein Bezug: Wer verspricht eine Lösung? Gemeint sind wohl die Verantwortlichen, aber im Text ist niemand genannt. «Die Turnhalle» passt nicht: «sie versprechen» steht im Plural, und eine Halle verspricht nichts.
Die Gemeinde will das Schwimmbad sanieren oder ein neues bauen. Das kostet rund zwei Millionen Franken.
Mehrdeutig: Kostet die Sanierung zwei Millionen oder der Neubau?
Im ersten Kapitel geht es um die Kosten, im zweiten um die Umweltfolgen. Das wird besonders ausführlich dargestellt.
Mehrdeutig: Wird das erste Kapitel ausführlich dargestellt, das zweite oder beides?
Beginn eines Aufsatzes: Das ist ein Problem, das dringend gelöst werden muss.
Kein Bezug: Vor «das» steht nichts. Die Schreiberin meint das Thema der Aufgabe, doch der Text muss aus sich heraus verständlich sein.
Übung 3: Bezüge klären
Einige Fälle kennen Sie von oben. Wählen Sie jeweils die Formulierung, die den Bezug eindeutig macht.
Man kann die Prüfung schriftlich oder mündlich ablegen. Das ist die bessere Variante.
Wie lässt sich der zweite Satz klar formulieren?
«Die mündliche Prüfung» benennt den Bezug ausdrücklich. «Dies» hat dasselbe Problem wie «das», und «eindeutig» verstärkt die Aussage nur, ohne den Bezug zu klären.
Die Gemeinde will das Schwimmbad sanieren oder ein neues bauen. Das kostet rund zwei Millionen Franken.
Wie lässt sich der zweite Satz klar formulieren?
«Die Sanierung» benennt eindeutig, welche Option gemeint ist. «Das Vorhaben» kann beides meinen, «es» ebenso.
Schuluniformen werden immer wieder diskutiert. Sie sollten endlich eine klare Regelung schaffen.
Wie lässt sich der zweite Satz klar formulieren?
«Die Schulleitungen» benennt, wer handeln soll. «Diese» würde auf die Uniformen zeigen, die keine Regelung schaffen können, und «sie alle» zeigt weiterhin ins Leere: Im Text ist kein passender Akteur genannt.